Jungfrau Marthon am am 7.September 2019

Die Website des Jungfrau Marathon wirbt vielversprechend. Der Slogan "Schönster Marathon der Welt" steckt die Erwartungen hoch. Die Tatsache, dass der Lauf jedes Jahr innerhalb weniger Stunden ausverkauft ist spricht dafür, dass etwas dran sein könnte. 1.850 Höhenmeter auf einen Marathon klingen zudem nach einer Herausforderung.
Die Anmeldung wird traditionell am 14.02. geöffnet und dann heißt es schnell sein. In der Regel dauert es nicht lang, bis das Teilnehmerlimit von 4.000 Läufern über die Marathondistanz erreicht ist.

Rosi Hausner und Karlheinz Klein hatten Glück und einen Startplatz bekommen.

Der Marathon findet am Samstag statt, aber schon am Freitag gab es ein umfangreiches Programm. Darunter ein Handbike Wettbewerb, verschiedene Kinderläufe und ein 1/10 Marathon. Alle Events waren gut besucht und es herrschte eine tolle Stimmung auf dem Gelände, als Rosi und Kali Ihre Starunterlagen abholten. Kali traf sogar einen "alten Bekannten" von seinem Lauf "Tour de Tirol" wieder.

Eiger, Mönch und Jungfrau, eine markante Dreiergruppe, ein sogenanntes „Dreigestirn“ in den Berner Alpen, hätte man bei guten Wetter während des Laufes bewundern können. Der Blick aus dem Fenster am Samstagmorgen bestätigte leider, was der Wetterbericht vorhergesagt hat. Es war trüb und wolkig und auch die Temperaturen lagen im unteren Bereich.




Rosi, Kali und die "Fans" Michi und Hans waren froh, dass es wenigstens nicht regnete. So langsam stieg die Spannung, es könnte jetzt losgehen. Nachdem sie die Kleiderbeutel abgegeben hatten, warteten die beiden zusammen mit ca. 4000 anderen auf den Startschuss zum Jungfrauen Marathon 2019. Zur Einstimmung gab es noch ein "Alphorn Konzert" und dann fiel endlich der Startböller.



Die Strecke
Wie oben schon erwähnt gilt es über 1.850 Höhenmeter zu bewältigen, wobei sich der Großteil auf das letzte Streckendrittel verteilt.
Vom Start geht es eine Runde durch Interlaken, weiter nach Bönigen zum Brienzersee und dann durch mehrere kleine Ortschaften bis zum ersten Highlight, nach Lauterbrunnen. Hier herrschte ausgelassene Stimmung und die Läufer wurden euphorisch empfangen. Auch Michi und Hans standen an der Strecke, was die beiden Treiser sehr freute. Die Ortschaft ist sehr sehenswert und auch die umliegende Landschaft ist definitiv einen Besuch wert.
Nach einer kleinen Schleife durch das Tal geht es nach 25km auf den ersten richtig heftigen Anstieg. Dieser zieht sich über 5km auf einen unbefestigten Wanderweg bis zur Ortschaft Wengen nach oben.



Zur Belohnung werden die Läufer stimmungsvoll im Ort empfangen. Das muss dann auch als Motivation für die weiteren Anstiege taugen. Kurz nach der Ortschaft geht es weiter mal mehr oder weniger steil bergauf, bis bei km 38 die Abzweigung Wixi erreicht wird. Hier wird es nochmal richtig hart, 2km zieht sich ein Trail steil nach oben zum höchsten Punkt der Strecke (2320m), bevor es dann auf die letzten 2km leicht abwärts ins Ziel geht.
Die Strecke ist wirklich hart, belohnt aber grundsätzlich mit tollen Landschaften und grandioser Aussicht vom Berg. Leider hat das Wetter in diesem Jahr nicht mitgespielt und so konnte man eigentlich fast immer nur Wolken und Nebelfelder sehen. Auch der leichte Nieselregen auf dem Berg sorgte für eine zusätzliche Herausforderung, denn der Boden wurde dadurch sehr rutschig und schwierig zu laufen.

Für Rosi war es der erste Berglauf und diese neue Herausforderung hat ihr richtig Spaß gemacht. Es ist einfach total anders, wie bei einem Stadtmarathon, wo man doch ständig auf die Uhr schaut und einer Zeit hinterher rennt. Am Berg gab es viele Passagen wo man nicht mehr Laufen konnte, also war "Power Walking" angesagt. Auch kam teilweise das Läuferfeld total zum Stehen, weil es Staus auf den Singletrails gab. Nach 5 Stunden und 21 Minuten war Rosi als 7. Frau der W60 im Ziel, wo Hans schon wartete.
Kalli erreichte das Ziel in 5:41 Std. und war mit seiner Zeit sehr zufrieden. Der Jungfrau Marathon war neben dem der Tour de Tirol und dem Stilfser Joch Marathon sein vierter und schnellster Bergmarathon.



Fazit: Der Jungfrau Marathon in Interlaken genießt seinen guten Ruf zu Recht. Das Event ist toll organisiert und wartet mit einem umfangreichen Rahmenprogramm auf. Die Stimmung in den Ortschaften entlang der Strecke ist fantastisch und trotz des schlechten Wetters konnte man etwas von den tollen Landschaften mitbekommen und erahnen, wie grandios das ganze bei klarer Sicht sein muss. Der Lauf ist auf jeden Fall eine Top Empfehlung für alle, die mal eine Herausforderung suchen.